Hallo zusammen! Ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Leonie, und ich habe mich dieses Semester dazu entschieden, Soziale Arbeit zu studieren. Ursprünglich war ich bereits im sechsten Semester meines Informatikstudiums. Für viele mag es schwer nachzuvollziehen sein, warum ich mich entschlossen habe, mein Informatikstudium so kurz vor dem Abschluss aufzugeben. Doch für mich war es der richtige Zeitpunkt, diesen Schritt zu gehen und auf meine eigenen Fähigkeiten und Interessen zu hören.
Der Moment der Entscheidung
Vielleicht kennt ihr das Gefühl, wenn man merkt, dass der eingeschlagene Weg nicht mehr der richtige ist. Für mich war dieser Moment im sechsten Semester meines Informatikstudiums gekommen. Ich hatte viel investiert, stand kurz vor dem Abschluss – doch die Erfüllung blieb aus. Ich wusste, dass ich auf mein Herz hören musste, auch wenn das bedeutete, einen mutigen Schritt in eine andere Richtung zu wagen.
Rückblickend erinnere ich mich an eine besonders schwere Phase, in der ich in einem emotionalen Tiefpunkt steckte. Die Gedanken über meine Zukunft haben mich übermannt, und ich hatte regelrecht Angst davor, in der Informatik ein Praktikum zu machen, weil ich wusste, dass ich nicht so gut darin war, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich fragte mich immer wieder: Was kann ich tun, damit mein Leben positiver wird? Was würde mich wirklich glücklich machen? In diesem Moment der Verzweiflung kam mir die Idee, es noch einmal mit der Sozialen Arbeit zu versuchen. Dieser Gedanke brachte einen Funken Hoffnung zurück, und ich wusste, dass ich etwas ändern musste.
Meine Geschichte
Was ich hier mit euch teile, ist meine persönliche Geschichte, und ich verstehe, wenn sie für manche ungewöhnlich klingt. Trotzdem kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, nicht zwanghaft mein erstes Studium beenden zu wollen. Ich habe in meinem Informatikstudium viel gelernt, das mir auch heute noch von Nutzen ist. Für mich kann ich sagen, es war keine verlorene Zeit, denn ich durfte vieles mir aneignen und neu erlernen. Auch einige meiner Soft Skills haben mir im Umgang mit meinen Informatik-Kommilitonen sehr geholfen. Schlüsselqualifikationen aus Informatik:
- Programmierkenntnisse: Die Herausforderungen im Programmieren haben meine Problemlösungsfähigkeit gestärkt. Beispielsweise erinnere ich mich an ein Projekt, in dem ich wochenlang an einem kniffligen Bug gearbeitet habe. Das hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, geduldig zu sein und nicht aufzugeben.
- Analytisches Denken: Das Informatikstudium hat mir beigebracht, analytisch und strukturiert zu denken. Das hilft mir heute, auch in komplexen sozialen Situationen den Überblick zu bewahren und strukturiert nach Lösungen zu suchen.
- Geduld und Ausdauer: Besonders bei der Bearbeitung komplexer Aufgaben habe ich gelernt, dass man nicht immer sofort eine Lösung findet. Das Wissen, dass es manchmal dauert, bis man Fortschritte sieht, hat mir auch bei meiner jetzigen Entscheidung sehr geholfen.
Programmieren macht mir immer noch Spaß – es fordert mich heraus und versetzt mich oft in diesen „Flow“-Zustand, in dem ich stundenlang an einer Aufgabe arbeiten kann. Dennoch gab es immer etwas anderes, das mir wichtiger war: die Arbeit mit Menschen.
Meine Leidenschaft für die Arbeit mit Menschen
Diese Leidenschaft habe ich während meines Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) in einem Seniorenheim entdeckt. Dort habe ich gelernt, mich zu organisieren, Verantwortung zu übernehmen und mich intensiv um andere Menschen zu kümmern. Besonders nach vier herausfordernden Monaten konnte ich in mir selbst ein inneres Leuchten entdecken – und ich glaube, auch die Bewohner haben dieses Leuchten gesehen.
Erfahrungen im FSJ:
- Persönliche Beziehungen aufbauen: Es gab Momente, in denen die Bewohner mich mit einem Lächeln begrüßten oder mir Geschichten aus ihrer Vergangenheit erzählten. Eine Bewohnerin sagte einmal zu mir: „Du bringst Licht in unseren Tag.“ Diese Worte haben mich tief berührt.
- Ein unvergesslicher Augenblick: Eine Bewohnerin nahm meine Hand und sagte wenige Tage vor ihrem Tod: „Wir sind uns nicht fremd, du bist mein Engel.“ Das war ein Augenblick, der mir zeigte, wie wertvoll ich für diese Menschen war. Solche Worte geben mir bis heute Kraft und bestärken mich in meinem neuen Weg.
- Herausforderungen bewältigen: Eine andere Bewohnerin, der es mental sehr schlecht ging, litt darunter, dass sie vieles vergaß. Oft durfte sie bei mir schimpfen und ihre Wut rauslassen, bis sie plötzlich anfing zu lachen. In diesem Moment wusste ich, dass unter ihrem harten Kern ein weicher steckte. Diese Verbindung aufzubauen war für mich ein besonderer Erfolg.
- Verantwortung übernehmen: Ob die Betreuung bei Aktivitäten oder die Begleitung zu Terminen – ich habe gelernt, Verantwortung zu übernehmen und wirklich da zu sein.
- Emotionale Stärke: Nach schwierigen Zeiten habe ich gelernt, wie wichtig es ist, positive Energie zu bewahren und anderen Menschen Hoffnung zu geben. Diese Fähigkeit hat sich vor allem in jenen Momenten bewährt, als ich eine Bewohnerin begleitete, die zunehmend frustrierter war, weil sie ihre eigenen Erinnerungen verlor. Trotz ihrer Wut und Verzweiflung konnte ich sie immer wieder zum Lächeln bringen – eine Erinnerung, die mir heute noch viel bedeutet.
Diese Momente waren unglaublich erfüllend und haben mir gezeigt, wo meine wahren Stärken liegen.
Warum ich zuerst Informatik gewählt habe
Warum habe ich mich damals trotzdem für Informatik und nicht für Soziale Arbeit entschieden? Dafür gab es mehrere Gründe. Einer davon war, dass ich mich nicht von anderen, auch nicht von meiner Mutter, beeinflussen lassen wollte – ich wollte meinen eigenen Weg finden. Tut mir leid, Mama, aber ich musste meine eigenen Erfahrungen machen. Zudem wurde ich im ersten Anlauf für das Wintersemester in Soziale Arbeit nicht zugelassen, und die Angst, es im Sommersemester wieder nicht zu schaffen, war einfach zu groß. Daher entschied ich mich, zunächst Informatik zu studieren. Programmieren zu lernen stand ohnehin auf meiner Liste, und ich dachte, ich könnte es ebenso gut an der Hochschule studieren. Vielleicht klingt das für manche naiv, aber in diesem Moment fühlte es sich richtig an.
Doch hinter dieser Entscheidung steckten auch viele Ängste. Ich hatte große Bedenken, dass ich im sozialen Bereich keinen Studienplatz bekommen würde, und das Gefühl, dass Informatik mir zumindest eine greifbare Option bot. Gleichzeitig fühlte ich mich von außen oft unter Druck gesetzt, eine „sinnvolle“ und „zukunftssichere“ Karriere zu wählen. Doch je länger ich in diesem Studium war, desto mehr merkte ich, dass mein Herz nicht daran hing – und dass ich viel zu viel Angst davor hatte, tatsächlich in diesem Bereich zu arbeiten. Der Gedanke an ein Praktikum im Informatikbereich löste regelrechte Panik in mir aus, weil ich wusste, dass ich nie so gut darin war, wie ich es gerne gewesen wäre. Diese Erkenntnis brachte mich schließlich dazu, ernsthaft darüber nachzudenken, was ich wirklich wollte.
Schlüsselqualifikationen aus beiden Studienrichtungen:
- Informatik: Logisches Denken, Problemlösungsfähigkeit, technische Kenntnisse – diese Fähigkeiten helfen mir dabei, strukturiert an Herausforderungen heranzugehen.
- Soziale Arbeit: Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Organisationsgeschick – diese Qualifikationen sind entscheidend, um Menschen wirklich zu unterstützen und ihnen auf Augenhöhe zu begegnen.
Ein neues Kapitel
Heute weiß ich, wie wichtig es ist, auf das eigene Herz zu hören und mutig zu sein, selbst wenn sich die Richtung ändert. Ich freue mich darauf, dieses neue Kapitel meines Lebens zu beginnen und euch vielleicht auf meinem Blog mitzunehmen. Jeder Weg ist einzigartig, und ich hoffe, meine Geschichte inspiriert andere dazu, ebenfalls ihre eigenen Träume zu verfolgen – auch wenn diese erst auf den zweiten Blick Sinn ergeben.
Tipps für ähnliche Situationen
Falls du dich gerade in einer ähnlichen Situation befindest, hier ein paar Tipps:
- Höre auf dein Bauchgefühl: Es weiß oft schon, was richtig ist, bevor der Kopf es begreifen kann. In meinem Fall war es das Gefühl der Erleichterung und der Hoffnung, als ich über Soziale Arbeit nachdachte.
- Wage den Schritt: Veränderungen sind schwer, aber sie bringen uns oft näher zu dem, was uns wirklich glücklich macht. Ich hatte Angst, und dennoch war es die richtige Entscheidung, den Wechsel zu wagen.
- Sammle Erfahrungen: Egal, ob Freiwilligendienst, Praktika oder Nebenjobs – jede Erfahrung hilft dir, dich selbst besser kennenzulernen. Mein FSJ war für mich der entscheidende Wendepunkt, weil ich dort erkannte, was mich wirklich erfüllte.
- Verstehe deine Schlüsselqualifikationen: Überlege, welche Fähigkeiten du aus deinen bisherigen Erfahrungen mitnehmen kannst und wie sie dir auf deinem neuen Weg helfen. In meinem Fall helfen mir die analytischen Fähigkeiten aus der Informatik auch jetzt noch, komplexe Situationen strukturiert zu lösen.
Austausch und Inspiration
Vielleicht geht es dir ähnlich? Hast du auch einmal eine Entscheidung getroffen, die nicht ganz einfach war, aber sich am Ende als richtig erwiesen hat? Oder befindest du dich aktuell an einem Scheideweg? Welche Erfahrungen hast du gemacht, als du dich entscheiden musstest, einen neuen Weg einzuschlagen?
Gibt es eine Herausforderung, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist? Welche Unterstützung hast du dir gewünscht oder erhalten? Ich würde mich freuen, wenn du deine Geschichte teilst. Welche Gedanken hast du zu meiner Geschichte? Lass uns gegenseitig inspirieren und unterstützen.
Vielen Dank, dass ihr bis hierher gelesen habt!


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